Entwurf von Johannes Bröder & Klara Dietrich (Arch) - Laura Klemp (UBW)
Im Rahmen der geplanten Umgestaltung des historischen Klinikgeländes in Darmstadt-Eberstadt soll eine nachhaltige Überplanung erfolgen, die größtmöglichen Erhalt der bestehenden Strukturen gewährleistet.
Das Konzept verfolgt das Ziel, den öffentlichen Raum aufzuwerten, die grüne Infrastruktur zu stärken und eine vielfältige Nutzungsmischung zu schaffen.
Die bisherige Durchwegung des Quartiers von Nordwesten nach Südosten wird durch eine zusätzliche Achse von Westen nach Ost ergänzt. Diese neue Verbindung, in Kombination mit neu geschaffenen Fuß- und Radwegen, ermöglicht eine intuitive und barrierefreie Durchquerung des Areals. Damit wird die „Grüne Mitte“ erweitert und trägt zur Reaktivierung der Flächen bei, insbesondere in Bezug auf die historische Toranlage. Um den Baumbestand zu schützen, verlaufen alle Wege außerhalb der Schutzzonen; der Eingriff in den bestehenden Grünraum ist auf ein Minimum beschränkt. Zur Aufwertung und Erweiterung des Grünraums sind Neupflanzungen vorgesehen, darunter eine Streuobstwiese sowie die Entwicklung eines Teiches.
Zur Verbesserung des Mikroklimas sehen wir an diesem Ort Pergolen mit Nebelsystemen vor, um aktiv zur Kühlung beizutragen und vor allem im Sommer einen attraktiven Aufenthaltsort abseits der Hitzeinseln zu schaffen.
Die Erdgeschosse der ehemaligen Bettenhäuser werden als medizinische Versorgungspunkte erhalten, wobei die physische und psychische Gesundheit im Fokus steht. Die Obergeschosse werden als Wohnungen genutzt. Zur Verbesserung der Erschließung des Bestandes wird additiv ein Laubengang vorgesetzt, wodurch ein Durchwohnen ermöglicht wird. Dadurch verbessern wir neben der Belichtung und Belüftung durch aktive Begrünungsmaßnahmen nebenbei das Mikroklima. Zusätzlich bildet der Laubengang eine Pufferzone, die die denkmalgeschützte Fassade schützt.
Die Freifläche im Südwesten des Areals wird durch den Abbruch eines baufälligen Pavillons erweitert und schafft so Platz für zwei Neubauten. Die Setzung dieser Gebäude bildet durch eine Punktspiegelung eine Analogie zur städtebaulichen Setzung des Bestandes.
Der erste Neubau gliedert sich in zwei Gebäudeteile, wobei im Verschnitt der Gebäude die neue Verkehrsachse entsteht. Das Erdgeschoss wird mit Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten öffentlich genutzt und soll das Quartier beleben. Die Obergeschosse werden dann wie im Bestand als Wohnraum genutzt. Eine Besonderheit ist die Möglichkeit der Nachverdichtung des nördlichen Dachs durch das Aufstellen von weitgehend autarken Studios.
Der zweite Neubau zeichnet sich durch ein zentrales Atrium aus, das als natürliches Biotop sowie als Frischluft- und Belichtungszone dient. Neben dem Fitnessstudio des Erdgeschosses und der Wohnnutzung in den Obergeschossen befinden sich im Erdgeschoss temporäre Wohnungen.