Masterstudierende der Architektur arbeiten interdisziplinär mit Studierenden des Urbanen Baum- und Waldmanagements an Lösungen für das Klinikum in Darmstadt Eberstadt.

Ein Klinikgelände, viel Leerstand und 4 Szenarios für mögliche Umnutzungs-, Transformations- und Nachverdichtungsstrategien.

Gegenstand der Aufgabe war es, für die denkmalgeschützte Provinzialpflegeanstalt von 1851 sowie für weitere leerstehende Klinikgebäude und das gesamte Außengelände des ehemaligen Teilklinikums Darmstadt architektonische und blau-grüne Masterplanungen zu entwickeln. 

 

In die Entwurfsaufgabe flossen vielschichtige zu berücksichtigende Aspekte, wie zum Beispiel der Umgang mit denkmalgeschützter Gebäudesubstanz und ein schonungsvoller Umgang mit dem vorhandenen Baumbestand beziehungsweise Wegenetze und Grünflächen ein. Hinzu kam die Herausforderung, eine für den Ort angemessene Form und Funktion für städtebauliche Neusetzungen bzw. Nachverdichtungsstrategien anzufertigen. 

Gemeinsame Bearbeitung der Entwürfe

Die Entwürfe wurden durch ein multidisziplinäres Team, bestehend aus zwei Architekturstudent*innen der HAWK Hildesheim und einem Studierenden aus dem Studiengang Urbanes Baum- und Waldmanagement der HAWK Göttingen gestalterisch und inhaltlich vertieft und gemeinsam bearbeitet. 

 

Ziel war es durch innovative Raumverhandlungsstrategien die vorhandenen Blockaden, zwischen möglichen baulichen Nachverdichtungen und dem Ausweisen und Aufwerten von Grünräumen zu lösen. Ziel war es architektonische Konzepte entstehen zu lassen, die selbst zu lebendigen grünen Organismen werden und eine höhere lebenswerte räumliche Dichte ermöglichen können.

Durch grüne Gebäudefassaden und einer hohen unversiegelten Bodenplanung sind Beiträge zur Verbesserung der Biodiversität und des Stadtklimas, sowie einer bewussteren Wasserspeicherung und Aufwertung der Naherholungsräume erarbeitet worden. Diese Doppelstrategie wurde im Rahmen dieses studentischen architektonischen und freiraumplanerischen Entwurfsprojekts unter der Leitung von Prof. Dr. Till Boettger von der Fakultät Bauen und Erhalten und in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Wolfgang Rohe von der Fakultät Ressourcenmanagement umgesetzt. 

Schwerpunkte

Das architektonische Entwurfsprojekt im zweiten Mastersemester an der HAWK am Standort Hildesheim bildete dabei die Kette von Entwerfen, Konstruieren und Bauen ab. Als zentrales Thema der Bearbeitung wurde besonders auf einen angemessenen Umgang bei der Transformation der denkmalgeschützten Bestandsarchitektur, sowie einer innovativen Lösung der nicht denkmalgeschützten Gebäude geachtet. 

 

Eine neuartige städtebauliche, landschaftsarchitektonische, funktionale und konstruktive Neuordnung des ehemaligen Klinikgeländes, vervollständigten den Wunsch der Stadt Darmstadt von einer Masterplanung. Die Konzeption des Kurses und die Betreuung der Entwürfe wurden vonseiten der Architektur durch Prof. Dr. Till Boettger, Ulrike Knauer M. Sc., Prof. Dr. Christoph Hall organisiert.

Prof. Dr. Wolfgang Rohe von der Fakultät Ressourcenmanagement unterstütze den Kurs durch seine Fachexpertise im Bereich der ökologischen Stadtplanung, einen besonderen Schwerpunkt bildeten dabei Biotop- und Baumkartierungen sowie die Umsetzbarkeit von grünen Fassadenkonzepten mit bodengebunden Pflanzen. Die Studierenden aus Göttingen übernahmen die Rolle von „grünen Experten*innen“ und stützten bzw. gestalteten Konzeptansätze und konstruktive Ausarbeitungen aus der Architektur mit. Die enge Zusammenarbeit beider Fakultäten wurde durch Vorträge und Präsentationen möglich gemacht und fachlich aufgewertet.

Exkursion nach Darmstadt

Eine dreitägige Exkursion nach Darmstadt ermöglichte besonders den Studierenden des Studiengangs Architektur eine intensive Auseinandersetzung mit dem Ort. 

 

Ergänzt wurde das Programm durch interessante Besichtigungen wie der Mathildenhöhe, einer Führung durch das Haus Glückert oder der Heinrich-Hoffmann-Grundschule sowie dem Bildungscampus Louise Büchner. Sowohl die Besichtigung des ehemaligen Klinikums als auch die Architekturführungen wurden Dank der besonderen Unterstützung des Geschäftsführers Sven Kling von der Darmstädter Stadtentwicklungs GmbH & Co.KG (DSE) , dem Stadtplanungsamt vertreten durch Philipp Morell und der Unteren Denkmalschutzbehörde vertreten durch Julia Ludwar möglich gemacht.

Ausstellung

Die Ergebnisse zum Thema „Transformation Klinikum Darmstadt“ wurden im Rahmen einer Ausstellung im „Haus der Vielfalt“ in Darmstadt-Eberstadt gezeigt und von ausgewählten Studierenden präsentiert. 

 

Die Studierenden zeigten ihre Konzepte für ein neues Wohnquartier mit ergänzenden Nutzungen und präsentierten ihre Entwürfe mithilfe von Modellen in unterschiedlichen Maßstäben. Die Ausstellung wurde eröffnet durch den Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt Hanno Benz. Durch die Veranstaltung leitete der Planungsdezernent Michael Kolmer und Prof. Dr. Till Boettger von der HAWK Hildesheim. 

Szenario 1: WENDEPUNKT:GRÜN

Entwurf von Johannes Bröder & Klara Dietrich (Arch) - Laura Klemp (UBW)

Im Rahmen der geplanten Umgestaltung des historischen Klinikgeländes in Darmstadt-Eberstadt soll eine nachhaltige Überplanung erfolgen, die größtmöglichen Erhalt der bestehenden Strukturen gewährleistet. 

 

Das Konzept verfolgt das Ziel, den öffentlichen Raum aufzuwerten, die grüne Infrastruktur zu stärken und eine vielfältige Nutzungsmischung zu schaffen. 

Die bisherige Durchwegung des Quartiers von Nordwesten nach Südosten wird durch eine zusätzliche Achse von Westen nach Ost ergänzt. Diese neue Verbindung, in Kombination mit neu geschaffenen Fuß- und Radwegen, ermöglicht eine intuitive und barrierefreie Durchquerung des Areals. Damit wird die „Grüne Mitte“ erweitert und trägt zur Reaktivierung der Flächen bei, insbesondere in Bezug auf die historische Toranlage. Um den Baumbestand zu schützen, verlaufen alle Wege außerhalb der Schutzzonen; der Eingriff in den bestehenden Grünraum ist auf ein Minimum beschränkt. Zur Aufwertung und Erweiterung des Grünraums sind Neupflanzungen vorgesehen, darunter eine Streuobstwiese sowie die Entwicklung eines Teiches. 

Zur Verbesserung des Mikroklimas sehen wir an diesem Ort Pergolen mit Nebelsystemen vor, um aktiv zur Kühlung beizutragen und vor allem im Sommer einen attraktiven Aufenthaltsort abseits der Hitzeinseln zu schaffen. 

Die Erdgeschosse der ehemaligen Bettenhäuser werden als medizinische Versorgungspunkte erhalten, wobei die physische und psychische Gesundheit im Fokus steht. Die Obergeschosse werden als Wohnungen genutzt. Zur Verbesserung der Erschließung des Bestandes wird additiv ein Laubengang vorgesetzt, wodurch ein Durchwohnen ermöglicht wird. Dadurch verbessern wir neben der Belichtung und Belüftung durch aktive Begrünungsmaßnahmen nebenbei das Mikroklima. Zusätzlich bildet der Laubengang eine Pufferzone, die die denkmalgeschützte Fassade schützt. 

Die Freifläche im Südwesten des Areals wird durch den Abbruch eines baufälligen Pavillons erweitert und schafft so Platz für zwei Neubauten. Die Setzung dieser Gebäude bildet durch eine Punktspiegelung eine Analogie zur städtebaulichen Setzung des Bestandes. 

Der erste Neubau gliedert sich in zwei Gebäudeteile, wobei im Verschnitt der Gebäude die neue Verkehrsachse entsteht. Das Erdgeschoss wird mit Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten öffentlich genutzt und soll das Quartier beleben. Die Obergeschosse werden dann wie im Bestand als Wohnraum genutzt. Eine Besonderheit ist die Möglichkeit der Nachverdichtung des nördlichen Dachs durch das Aufstellen von weitgehend autarken Studios. 

Der zweite Neubau zeichnet sich durch ein zentrales Atrium aus, das als natürliches Biotop sowie als Frischluft- und Belichtungszone dient. Neben dem Fitnessstudio des Erdgeschosses und der Wohnnutzung in den Obergeschossen befinden sich im Erdgeschoss temporäre Wohnungen.

Szenario 02: [blau.grün.KLEIN.GROß]

Entwurf von Sophie Mädje & Frini Peschke (Arch) - Jost Germer (UBW)

Stadt & Land
Die Umnutzung des ehemaligen Klinikgeländes in Darmstadt folgt dem Prinzip des maximalen Bestandserhalts, wodurch Ressourcen geschont und die historische Identität des Ortes bewahrt werden. 

 

Das historische Tor an der Heidelberger Landstraße wird als zentraler Zugang reaktiviert und bindet das Quartier an den Stadtraum an. 

Die Erschließung erfolgt vorrangig über Fuß- und Radwege. Organisch geführte Wege vernetzen Gebäude, Freiräume und Nutzungen. Pkw-Stellplätze liegen hauptsächlich am Quartiersrand. Fahrradstellplätze, die ÖPNV-Anbindung und Carsharing reduzieren den Stellplatzbedarf, wodurch der innere Bereich weitgehend autofrei bleibt. 

Die grüne Quartiersmitte bündelt Aufenthalt, Bewegung und Begegnung. Zusätzliche Grünflächen, Spielbereiche, Sportangebote und ein Kulturpavillon schaffen öffentliche Nutzungsräume. Ein neu angelegter Teich verbessert das Mikroklima und erhöht die Aufenthaltsqualität. Retentionsmulden, wassergebundene Wegedecken und extensive Bepflanzung folgen dem Prinzip der Schwammstadt. Zudem stärken Dachgewächshäuser, Photovoltaik und Zisternen die autarke Versorgung des Quartiers.

Bauwerk & Form
Der Entwurf kombiniert die Bestandsentwicklung mit Neubauten in Holzbauweise. Das ehemalige Wirtschafts- und Verwaltungsgebäude bilden als sanierter Bestand das Zentrum des Quartiers. Ihre Struktur bleibt größtenteils erhalten. Zudem werden sie energetisch ertüchtigt. Der Sockelbereich wird partiell mit Spalierobst bepflanzt. 

Das Wirtschaftsgebäude wird als Ort der Versorgung und Begegnung reaktiviert: mit Mensa, Lebensmittelangebot, Werkstätten, Ateliers und gemeinschaftlichen Arbeitsflächen. Die offene Erdgeschosszone stärkt durch neue Öffnungen die Verbindung von Innen- und Außenraum. Das Verwaltungsgebäude wird durch das Einbringen eines Aufzugs barrierefrei erschlossen und für therapeutische Nutzungen sowie betreute Wohnformen umgebaut. 

Bei der Setzung der Neubauten werden Fluchten aufgenommen, Blickbeziehungen gestärkt und klare Raumkanten formuliert. Unterschiedliche Typologien ermöglichen hierbei vielfältige Wohnformen. Öffentliche Erdgeschosszonen mit Café, Therapie- und Bewegungsangeboten sowie weitere Nutzungen aktivieren das Quartier. Die Dachgewächshäuser und integrierte Luftschneisen verbinden Architektur, Nutzung und Klimaanpassung.

Raum & Detail 
Das Quartier schafft differenzierte Räume für Gemeinschaft, Rückzug und Teilhabe. Mensa, Café, Werkstätten, Ateliers und gemeinschaftliche Arbeitsräume fördern den Austausch und nachbarschaftliches Leben. Safe-Rooms, ein Theaterraum und Gründerzentrum ergänzen das soziale und kulturelle Angebot. 

Vielfältige Wohnformen wie Mikroapartments und Clusterwohnungen reagieren auf unterschiedliche Lebensmodelle. Dazu erweitern betreute Wohnangebote die soziale Durchmischung. Stege, Brücken und Aufenthaltsflächen am Quartiersteich schaffen identitätsstiftende Freiräume und sind ein integraler Teil des Entwurfs, der Alltag, Ökologie und Versorgung miteinander verbindet.

Szenario 3: Grün bleibt – Wohnraum entsteht

Entwurf von Jennifer Priert & Alina Friedrici (Arch) - Stefan Zibart (UBW)

Hinter der Transformation des ehemaligen Klinikgeländes steht das Konzept „Grün bleibt – Wohnraum entsteht“. Ziel ist eine sensible Nachverdichtung, die den vorhandenen Freiraum erhält und qualifiziert. 

 

Die bestehende grüne Mitte bleibt als zusammenhängende, L-förmige Frei- und Grünfläche bestehen und wird durch einen Teich als Teil einer blau-grünen Infrastruktur ergänzt. 

Gleichzeitig reagieren die neuen Baukörper auf klimatische Bedingungen, indem sie eine bestehende Windschneise freihalten. 

Auf der Ebene Stadt und Land fügt sich das Projekt in den übergeordneten Kontext von Darmstadt ein, indem es einen Beitrag zum nachhaltigen Umgang mit Flächen leistet. 

Auf der Ebene von Bauwerk und Form gliedert sich das Quartier in drei Gebäudetypen: die Kindertagesstätte, die Bestandsgebäude und die neuen Laubenganggebäude. Die Setzung, Dimensionierung und gestalterische Ausformulierung der Baukörper schaffen eine klare räumliche Ordnung und sichern gleichzeitig die Durchlässigkeit sowie die Beziehung zur grünen Mitte. Die Laubenganggebäude mit kompakten Apartments ergänzen den transformierten Bestand, in dem großzügigere Familienwohnungen und Wohngemeinschaften untergebracht sind. Die Kindertagesstätte bildet als eigenständiger Baukörper mit darüber liegenden Wohnapartments das Herzstück des Quartiers und orientiert sich zur Grünfläche. 

Auf der Ebene von Raum und Detail werden die Qualitäten des Quartiers atmosphärisch erfahrbar. Die Laubenganggebäude „Solo Ost“ und „Solo West“ prägen die Eingangsbereiche und erhalten durch ihre begrünten Fassadenelemente eine prägnante Erscheinung. Diese vermitteln zwischen gebautem Raum und Landschaft und leiten in die grüne Mitte über. Auch die Kindertagesstätte wird durch Fassadenbegrünung mit bodengebundenen Kletterpflanzen wie wildem Wein geprägt, wodurch sich im Jahresverlauf unterschiedliche Stimmungen ergeben. 

Ergänzend wird auf dem Grundstück eine Zisterne verbaut, die Regenwasser von den Dachflächen sammelt und speichert. Dieses Element unterstützt das nachhaltige Regenwassermanagement im Sinne einer blau-grünen Stadtplanung. Insgesamt entsteht durch die Kombination aus Bestandsumnutzung, gezielter Ergänzung und landschaftlicher Einbindung ein Quartier, das rund 500 Menschen Wohnraum bietet und gleichzeitig die vorhandenen Freiraumqualitäten bewahrt und stärkt.

Szenario U4: I

Entwurf von Nina Stolberg & Laura Matula (Arch) - Florian Bäron (UBW)

Stadt & Land 
Im Sinne einer sensiblen Nachverdichtung wird das Gelände des ehemaligen Klinikums Darmstadt zu einem lebendigen, durchmischten Quartier transformiert. 

 

Ziel ist es, vielfältigen Wohnraum für unterschiedliche Lebensmodelle zu schaffen, für Familien, Singles, Paare und Studierende gleichermaßen. 

Dabei entsteht ein Umfeld, das nicht nur dem Wohnen dient, sondern auch Begegnung, Austausch und Gemeinschaft fördert. Das Quartier wird bewusst offen gestaltet und in die bestehende Nachbarschaft eingebunden. 

Durch seine Zugänglichkeit von allen Seiten entstehen neue Verbindungen und Aufenthaltsräume, die auch von der umliegenden Stadt genutzt werden können. Im Sinne einer blau-grünen Stadtplanung spielt der Freiraum eine zentrale Rolle: Grünflächen, gemeinschaftliche Außenbereiche und eine grüne Mitte prägen das neue Stadtbild. Die Erschließung folgt dem Leitgedanken eines weitgehend autofreien Quartiers. Der motorisierte Verkehr wird stark reduziert und auf ein Minimum beschränkt, wodurch die Aufenthaltsqualität deutlich erhöht wird. Eine zentrale grüne Gasse bildet das Rückgrat des Quartiers, verbindet wichtige Bereiche miteinander und ermöglicht eine klare Orientierung.

Bauwerk & Form 
Zusätzlich zum Wohnraum entstehen auf dem Gelände gemeinschaftliche Aufenthaltsbereiche und Freiräume die das Quartier bereichern. Im Zentrum, an der grünen Mitte, sind eine Sporthalle und ein Café vorgesehen, sie bilden das Herzstück des neuen Viertels. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Kinderfreundlichkeit: Eine Kita, ein Jugendzentrum, ein Abenteuerspielplatz, die Sporthalle, ein Volleyballfeld sowie weitere gemeinschaftlich nutzbare Freiräume, wie etwa eine Streuobstwiese, schaffen Orte zum Spielen, Lernen und Begegnen. Ergänzt wird das Angebot durch ein Lebensmittelgeschäft und flexibel nutzbare Gewerberäume, die zur lebendigen Vielfalt des Quartiers beitragen und kurze Wege ermöglichen.

Raum & Detail 
Bei der Sanierung der Bestandsgebäude ebenso wie bei den Neubauten steht Nachhaltigkeit im Vordergrund. Alle neuen Gebäude entstehen daher in Holzbauweise. Zudem wird großer Wert auf großzügige Grünräume gelegt, sowohl an den Gebäuden selbst als auch im Freiraum. Anstelle konventioneller Verschattungssysteme kommt die natürliche Beschattung durch Bäume und Pflanzen zum Einsatz. Auf diese Weise entsteht ein zukunftsweisendes Quartier, das als Vorbild für weitere Entwicklungen dienen soll.

Szenario U4: II

Entwurf von Nick Nebe & Aaron Grönke (Arch) - Juliane Bunge (UBW)

Das ehemalige Klinikgelände in Darmstadt-Eberstadt wird im Rahmen eines integrativen städtebaulichen Konzepts zu einem multifunktionalen und nachhaltigen Quartier umgestaltet, das die Bereiche Wohnen, Arbeiten, Freizeit und medizinische Versorgung miteinander verbindet. 

 

Ziel ist die Schaffung eines urbanen Raums, der ökologische, soziale und funktionale Anforderungen gleichermaßen berücksichtigt. 

Stadt & Land
Das Quartier fördert eine hohe Aufenthaltsqualität und soziale Unterschiedlichkeit. Die zentrale Grünfläche mit hochwertigem Baumbestand bleibt erhalten und wird durch Freizeitflächen, vertikale Gärten sowie wasserspeichernde Flächen erweitert, um die ökologische Qualität zu steigern und soziale Interaktionen zu fördern. Das Mobilitätskonzept setzt auf die Reduktion des motorisierten Individualverkehrs und priorisiert Fuß- und Radwege. Ein MobilityHub wird eingerichtet, alte Eingangstore reaktiviert und ein neues Wege- und Straßensystem implementiert. 

Bauwerk und Form
Die ehemalige Kinderklinik bleibt in ihrer baulichen Grundstruktur erhalten
und wird durch eine dreigeschossige Aufstockung erweitert. Das Gebäude wird im Erdgeschoss durch ein Fitnessstudio genutzt, die oberen Etagen sind für familiäres Wohnen vorgesehen. Die Dachterrasse beherbergt ein Restaurant und eine Bar mit Panoramablick, die obersten Etagen bieten flexible Büroflächen für Co-Working und Seminarräume. Das Basement wird zu einer Fahrradgarage umfunktioniert. Die energetische Sanierung der Fassade erfolgt durch Dämmung, Holzverkleidung und modulare Begrünungselemente. Neubauten in nachhaltiger Holzbauweise ermöglichen multifunktionale Nutzungen, ergänzt durch hybride Bauformen und Tiny-Wood-Flächen. 

Raum und Detail
Die Wohnflächen umfassen 1- bis 4-Raum Wohnungen für verschiedene Bewohnerprofile wie Studierende, Familien und Alleinstehende. Das Quartier bietet Wohnraum für diverse Zielgruppen, darunter betreutes Wohnen, Übergangswohnheime, Kurzzeitpflege und barrierefreie Apartments. Gemeinschaftliche Einrichtungen wie Marktplatz, Café und pädagogisches Zentrum fördern die soziale Interaktion und tragen zu einem lebendigen Quartiersleben bei. Kooperationen mit sozialen Organisationen wie der Caritas stärken soziale Wohnaspekte und unterstützen multifunktionale Wohnkonzepte. Die Detailgestaltung umfasst Freizeitflächen, vertikale Gärten, wasserspeichernde Flächen und die geschichtliche Darstellung des Areals am „History Place“.

Eckdaten zum Projekt

Studiengänge
M.A. Architektur
Beteiligte Lehrkräfte: Prof. Dr. Till Böttger, Ulrike Knauer M.Sc., Prof. Dr. Christoph Hall
M.Sc. Urbanes Baum- und Waldmanagement
Beteiligte Lehrkräfte: Prof. Dr. Wolfgang Rohe

Externe Beteiligung
Darmstädter Stadtentwicklungs GmbH & Co.KG (DSE), Geschäftsführer Sven Kling 

Stadtplanungsamt, vertreten durch Philipp Morell

Untere Denkmalschutzbehörde, vertreten durch Julia Ludwar

Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt, Hanno Benz

Planungsdezernent, Michael Kolmer

Studienbereiche
Bauen
Nachhaltigkeit

Zeitraum
Sommersemester 2025

Ziel
Für die denkmalgeschützte Provinzialpflegeanstalt von 1851 sowie für weitere leerstehende Klinikgebäude und das gesamte Außengelände des ehemaligen Teilklinikums Darmstadt architektonische und blau-grüne Masterplanungen entwickeln.

Das Projekt wurde im 2. Fachsemester durchgeführt. Es bildet die Kette von Entwerfen, Konstruieren und Bauen ab. Die zentralen Belange waren:  

  • städtebaulich
  • landschaftsarchitektonisch
  • funktional
  • konstruktiv

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