Architekturstudentin Katharina Mehring erhält Auszeichnung für ihre Arbeit
Das Thema des Wettbewerbs „1960+ / Konstruktion“ richtete den Fokus auf das konstruktive Erbe der 1960er- bis 1990er-Jahre – von Brücken bis hin zu Hallen- und Sonderbauten. Mehring überzeugte die Jury mit ihrem Poster „Der Richtfunkturm – Ein Wahrzeichen Bremerhavens“ zum sogenannten Radarturm in Bremerhaven (Baujahre 1962–1965). Die Arbeit stellt den Turm als herausragendes technisches Bauwerk der 1960er-Jahre und identitätsstiftendes Symbol der Seestadt heraus. Sie verbindet eine fundierte Analyse von Entstehung, Konstruktion und Nutzung – darunter die Gründung auf 64 Stahlpfählen, der in Kletterschalung hergestellte Turmschaft und der auskragende, 2-geschossige Turmkopf – mit einer denkmaltheoretischen Bewertung, die den stadträumlichen, historischen und gesellschaftlichen Wert des Bauwerks betont. Mehring plädiert für die Unterschutzstellung, eine denkmalgerechte Sanierung sowie für die Wiederöffnung der Besuchsplattform und die Stärkung der Vermittlung, etwa durch Kooperationen mit dem Deutschen Schifffahrtsmuseum.
Die prämierten Studierenden stellten ihre Arbeiten bei der Preisverleihung vor. Prof. Dr.-Ing. habil. Daniela Spiegel, Professorin für Denkmalpflege und Baugeschichte von der Bauhaus-Universität Weimar, würdigte in ihrer Laudatio die klare Argumentation und die umfassende Denkmalwertanalyse von Mehrings Arbeit. Mehring deute den Radarturm schlüssig als zentralen Bestandteil der kollektiven Identität Bremerhavens und leite daraus einen hohen symbolischen Wert sowie konkrete Perspektiven für eine „lebendige“ denkmalgerechte Nutzung ab.
Im Anschluss an die Preisverleihung fand ein Empfang in der Posterausstellung statt. Die Poster waren als Wettbewerbsbeitrag einzureichen. Die Teilnahme am Wettbewerb sollte ausdrücklich mit der Hochschullehre verknüpft sein. An der HAWK setzte das Prof. Dr.-Ing. Birgit Franz, Professorin für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege, im Modul „Denkmaltheorie“ um. Sie reichte 10 Poster von Studierenden ein. Für die HAWK ist es bereits die 4. prämierte Einreichung aus der Lehre von Prof. Franz (2017, 2019, 2021, 2025). In die engere Auswahl des Jahres 2025 schafften es auch die Arbeiten von Niklas Müller zum Großmarkt Hamburg (1962) und von Clarissa Mohr zum „Atom-Ei“ in Garching bei München (1957).
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